Die Szene, die du kennst
Es ist 14:40. Der dritte Verlust-Trade. Dein Plan sagt: Schluss für heute. Aber dein Kopf sagt etwas anderes: nur noch einer, bis ich bei null bin. Um 15:20 ist aus einem roten Tag ein rotes Konto geworden. Nicht, weil dein Setup schlecht war. Sondern weil in diesem Moment niemand da war, der zumacht.
Mit Nemesis läuft dieselbe Szene anders: Beim dritten Verlust-Trade schließt sich die Position, die Plattform geht zu, die Broker-Seite ist gesperrt. Kein Banner zum Wegklicken: eine Hand, die dich und dein Konto festhält, bis der Moment vorbei ist. Morgen ist ein neuer Tag, mit einem Konto, das noch lebt.
Das Grundprinzip: Hart im Moment. Weich zwischen den Tagen.
Heute gilt, was du dir nüchtern vorgenommen hast, ohne Ausnahme, auch nicht für dich selbst. Verschärfen geht jederzeit sofort. Lockern braucht 48 Stunden Wartezeit und ein Gespräch mit einem Sparringpartner, der sich nicht anlügen lässt. Es findet damit nie im Affekt statt. Kein An/Aus-Schalter, den du im Tilt umlegst. Aber auch kein Gefängnis: Du wächst, und deine Grenzen dürfen mitwachsen, nur eben mit klarem Kopf.
Das Ziel ist nicht, dich für immer zu halten. Wer den Moment, in dem sonst alles kippte, zehnmal sicher überstanden hat, lernt ihn kennen und widersteht dem Drang Stück für Stück selbst. Genau daran arbeitet nebenan der Coach.
Welche Grenzen du setzen kannst
| Grenze | Was sie stoppt |
|---|---|
| Max Trades pro Tag | Overtrading, Break-even-Zwang, Pflicht-Trades |
| Daily Loss | Revenge-Trading: den roten Tag, der zum roten Monat wird |
| Daily Win | Gier: Gewinne werden gebankt, bevor die Selbstüberschätzung sie zurückholt |
| Weekly Loss / Weekly Win | Die ganz schlechte Woche: Dann ist bis Montag Pause |
| Max Verlust-Trades | Die Serie, bevor sie zur Spirale wird |
| Verlust-Tage pro Woche | Das Muster über die Woche, nicht nur den Einzeltag |
| Erlaubte Märkte & Lot-Größen | Das Abdriften in Instrumente, die du nicht handelst |
| Handelszeit-Fenster | Das Traden zu Zeiten, zu denen du nachweislich schlecht bist |
Wenn das Tagesziel erreicht ist: vier Modi
- Bei Rundenschluss: Der laufende Trade darf zu Ende laufen, dann ist Schluss.
- Harter Cut, sobald der schwimmende Gewinn das Ziel berührt: sofort glattstellen, Feierabend. Gewinn gebankt.
- Runner: ein Gewinn-Boden. Ab dem Ziel kommen keine neuen Trades mehr rein, aber die offene Position läuft weiter. Fällt sie unter den Boden, wird sie geschlossen, wahlweise mit mitziehendem Boden.
- Trade-Trailing ab Entry: ein Boden ab dem Einstieg, der mitwandert und nie zurückfällt.
Der entscheidende Punkt: Diesen Boden verwaltet Nemesis, nicht der Broker. Du brauchst keine Stop-Aufträge im Markt zu hinterlegen.
Der Knopf für heute und für morgen
Manchmal weißt du es selbst am besten. Mit einem Klick sperrst du deine Konten bis zur nächsten Markteröffnung. Genauso kannst du einen Tag im Voraus herausnehmen, oder eine ganze Woche.
Das ist für die Tage gedacht, von denen du abends schon weißt, dass sie nichts werden: Kinderarzt am Vormittag, der Haushalt, abends FOMC, davor ein Markt ohne Richtung. Am Morgen sieht das Setup dann trotzdem gut aus, und du weißt, wie das ausgeht. Den Tag nimmst du am Abend vorher heraus, mit klarem Kopf. Eine Sperre, die du dir selbst setzt, fühlt sich anders an als eine, die dich erwischt: Du drückst, und der Tag ist entschieden.
Zurücknehmen lässt sich diese Sperre nicht. Wo der Broker es zulässt, setzt Nemesis die handelbaren Kontrakte direkt dort auf null. Bei meinen eigenen Konten bei Tradovate und Rithmic blieb das bis zum nächsten Handelstag so. Bei Tradovate habe ich es sogar per Mail und per Telefon versucht, ohne Erfolg. Ich kenne nicht jeden Broker und nicht jede Prop-Firma, deshalb verspreche ich das nicht für alle. Wo das brokerseitig nicht geht, greift ein Autoflat: Jede Position, die du trotzdem eröffnest, wird sofort wieder glattgestellt.
Jede Sperre in Nemesis ist so hart gebaut, wie es technisch geht, und das hat einen Grund: Ich habe früher jede umgangen, die ich mir gesetzt hatte. Ich habe Regeln umgeschrieben, mich beim Broker eingeloggt, Konten wieder entsperrt und Limits hochgesetzt. Genau gegen diese Wege ist Nemesis gebaut.
Die Spezial-Schutzschilde
Nachkauf-Guard (optional)
Vergrößerst du eine Position, während sie im Minus ist, wird sofort glattgestellt. Im Minus zu sein löst nie aus, nur im Minus nachzulegen. Gewinne pyramidisieren bleibt frei.
Flip-Guard
Fängt die Panik-Muster: die Position, die das Vorzeichen dreht, weil der „Schließen"-Knopf gehämmert wurde, und die Gegenrichtungs-Eröffnung kurz nach Rundenschluss, den klassischen Revenge-Flip. Beides: sofort flat + Alarm. Aber keine Tagessperre.
Consistency-Regel
Für Prop-Trader: Nemesis erkennt die Prop-Firma am Kontonamen, schlägt deren Consistency-Regel vor und rechnet aus deinem Ziel-Payout automatisch aus, wie hoch ein Gewinn-Tag maximal sein darf. Kein Kopfrechnen mitten im Trade.
Website- & Programm-Sperre
Broker-Seiten und Chart-Plattformen werden systemweit gesperrt, in jedem Browser, ohne Add-on. Handelsprogramme werden höflich geschlossen (erst 25 Sekunden Zeit zum Speichern), mit 10 Minuten Vorwarnung aufs Handy. Nach Wochentag und Uhrzeit planbar. Auf Wunsch blockt die Sperre auch die Shops der Prop-Firmen, damit nach dem geplatzten Konto nicht im Affekt sofort das nächste gekauft wird.
Auf welchen Plattformen es läuft
Acht Anbindungen, alle mit exakt denselben Regeln (eine gemeinsame Regelbasis, kein Flickenteppich):
| Futures | CFD / Forex |
|---|---|
| Tradovate · Rithmic · dxTrade/Volumetrica · ProjectX/Topstep | MetaTrader 5 · cTrader · DXtrade · Match-Trader |
Ein Zugang zu MT5 deckt alle MT5-Prop-Firmen ab: Die Anbindung ist broker-blind. Wer MT4 fährt, bekommt innerhalb von 7 Tagen kostenlos eine passende Anbindung dazugebaut.
Ehrlich gesagt
Nemesis hat zwei Schutzschichten und sagt dir immer, welche gerade greift:
- Glattstellen: Wo der Broker es erlaubt, schließt Nemesis die Position selbst, sobald ein Limit reißt.
- Aussperren: Wo das technisch nicht geht (manche Trials, Wettbewerbe, proprietäre Plattformen), wird stattdessen der Zugang gesperrt. Kein Revenge-Trade möglich, aber eben kein automatisches Schließen.
Nemesis erkennt pro Konto selbst, was es leisten kann, und sagt es dir. Es täuscht niemals Schutz vor, den es nicht hat. Noch ein Satz, der wichtig ist: Ein System auf deinem eigenen Rechner ist von einem entschlossenen Admin theoretisch immer aushebelbar. Nemesis macht den Weg dahin so lang und so nüchtern, dass dein Affekt ihn nicht mehr geht. Das ist der Punkt, nicht ein Hochsicherheitstrakt.
Wichtig für Prop-Trader
Nemesis ist ein Risk-Manager, kein Trading-Bot. Es trifft keine Handelsentscheidungen und eröffnet nichts von selbst: Es schließt nur nach deinen eigenen Regeln und sperrt dich aus. Viele Prop-Firmen erlauben Risk-Manager ausdrücklich, auch wenn sie Trading-Bots verbieten. Das ist die erlaubte Kategorie, kein Schleichweg.
Was deine Firma im Einzelnen erlaubt, steht in deren Regelwerk. Eine Liste dazu führen wir bewusst nicht: Prop-Regeln ändern sich laufend, und eine veraltete Liste ist schlechter als gar keine. Das gehört zu deiner eigenen Recherche, so wie jede andere Regel deiner Firma auch. Was Nemesis an deinem Konto leisten kann, sagt es dir selbst: glattstellen oder aussperren, ehrlich pro Konto.
Das Zusammenspiel
Nemesis arbeitet nicht allein: Das Journal hält fest, was wirklich passiert ist, auch die Tage, die du lieber löschen würdest. Mattheo ist da, wenn Nemesis gerade zugemacht hat und du reden willst. Aurora ist der Weg zurück zu mehr Freiheit: Du deklarierst vorher, im ruhigen Kopf, unter welchen Bedingungen eine Grenze wachsen darf, und ein Verifizierer prüft die Fakten in deinem Journal, nicht deine Argumente. Disziplin zählt, nicht Gewinn.